Personalentwicklung im Konzert- und Theaterbetrieb

Ein Beitrag von Prof. Dr. Andrea Hausmann,  Professorin für Kulturmanagement und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturmanagement und Kulturtourismus an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Schon länger stehen Konzert- und Theaterbetriebe unter einem erhöhten Professionalisierungsdruck, der einen zielgerichteten Einsatz etablierter betriebswirtschaftlicher Methoden unumgänglich macht. Neben Marketing und Controlling hat dabei insbesondere auch das Personalmanagement zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein wichtiges und derzeit im Kulturbereich besonders intensiv diskutiertes Handlungsfeld des Personalmanagement stellt die Personalentwicklung dar, die Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung sowie sonstige Fördermaßnahmen umfasst und insgesamt Mitarbeiter dabei unterstützt, sich neue Qualifikationen anzueignen und langfristig leistungs- und beschäftigungsfähig zu bleiben.

Beispiele für die Notwendigkeit von Maßnahmen der Personalentwicklung sind in den Sparten der Darstellenden Kunst und Musik zahlreich. Hier ist zum einen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu verweisen, der sich zumindest in Teilen auch auf den Konzert- und Theaterbereich auswirken wird (z.B. im Hinblick auf die Beschaffung von jungem, gut ausgebildetem, handwerklichem oder technischem Personal, motivierten Volunteers oder hochqualifizierten Mitarbeitern für Führungspositionen); der sich abzeichnende Kampf um die „besten Köpfen“ wird jedenfalls nicht vor den Eingangstüren der Kulturbetriebe halt machen. Zum anderen sind Maßnahmen der Personalentwicklung auch für die bereits im Betrieb vorhandenen Mitarbeiter wichtig, z.B. bei sich verändernden Stellenanforderungen aufgrund technologischer Fortschritte (Stichworte: Social Media, IT), rechtlicher Änderungen oder sich wandelnder Publikumsbedürfnisse. Darüber hinaus sehen sich die Mitarbeiter von Kulturbetrieben vielerorts mit immer größer werdenden Aufgabenbereichen konfrontiert, was die kontinuierliche Auffrischung und Ausweitung von Kenntnissen und Fähigkeiten sowie ein gut organisiertes Selbstmanagement voraussetzt. Diese Umstände müssen im Rahmen der Personalentwicklung Berücksichtigung finden, denn das Know-how der Mitarbeiter, ihre Motivation und Arbeitsplatzzufriedenheit stellen auch im Kulturbereich eine wesentliche Voraussetzung für Organisationen dar, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Allerdings ist diese Sicht der Dinge noch nicht in allen Kulturbetrieben angekommen. Gerade in Konzert- und Theaterbetrieben scheint vielmehr die Ansicht verbreitet, dass Maßnahmen der Personalentwicklung nicht erforderlich sind (z.B. aufgrund projektbasierter Arbeitsweise) oder sich nicht lohnen (z.B. aufgrund von befristeten Arbeitsverhältnissen). Dazu wird vielerorts davon ausgegangen, dass die „Ehre“, in einem Kulturbetrieb arbeiten zu können, ausreichen sollte, um Mitarbeiter auf Jahre zu motivieren. Dass diese Einschätzung nicht immer zutreffend ist und auf lange Sicht zu Problemen führen kann, zeigt sich immer wieder in Gesprächen mit sowohl künstlerischem als auch nicht-künstlerischem Personal, in denen Unzufriedenheit mit der eigenen beruflichen Situation geäußert wird. Dienst nach Vorschrift, innere Kündigung und längere Ausfälle aufgrund von Krankheit können Folgen solcher Arbeitsplatzunzufriedenheit sein.

Grundsätzlich werden Maßnahmen der Personalentwicklung eingeleitet, um Qualifikationen zu vermitteln, die sowohl zur Steigerung der beruflichen Leistungsfähigkeit als auch zur persönlichen Entwicklung von Mitarbeitern dienen. Damit geht es keinesfalls nur darum, den Mehrwert für das Theater im Blick zu behalten oder den Zielen des Orchesters genüge zu tragen. Vielmehr kann und soll Personalentwicklung die Motivation und Zufriedenheit der betroffenen Mitarbeiter steigern und so insgesamt zu mehr Leistungsbereitschaft führen. Durch sinnvolle Maßnahmen der Personalentwicklung findet damit eine Unterstützung der individuellen Weiterentwicklung statt, die im beruflichen Kontext nutzbar gemacht werden kann.

Konkrete Maßnahmen der Personalentwicklung im Konzert- und Theaterbereich umfassen:

  • Die regelmäßige Durchführung von Feedback- und Mitarbeitergesprächen und die Schaffung konkreter Möglichkeiten zur Rückkopplung zwischen Mitarbeitern aller Ebenen und Führungskräften.
  • Die Möglichkeit zur Teilnahme an – im Berufskontext sinnvoller und qualitativ-hochwertiger – Fortbildung (z.B. Teilnahme an Konferenzen oder extern durchgeführte Schulungen, Workshops und Trainings).
  • Die Etablierung interner Mentoring-Programme zur Integration neuer Mitarbeiter oder zur Weiterentwicklung von potenziellen Führungskräften.
  • Das Angebot von Gesundheitsprogrammen und die aktive Unterstützung der Mitarbeiter bei der Etablierung einer Work-Life-Balance.
  • Die Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen und die Institutionalisierung von Konfliktmanagement, z.B. auch durch die Benennung von Mediatoren.

Der vollständige Beitrag ist zu lesen in TheaterManagement aktuell / Ausgabe 68.
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