Theater der Zukunft – Bühnentechnik quo vadis?

Wie wird das Theater der Zukunft aussehen? Sicher ist, dass die technologischen Entwicklungen immer weiter voranschreiten und damit auch die Gestaltungsoptionen und Erwartungen, nicht nur die der Zuschauer. Wesentliche Veränderungen werden im Bereich der Vernetzung und Steuerung auf alle Bereiche der Bühnentechnik zukommen. Durch die Digitalisierung entsteht die Möglichkeit und der Wunsch alles von einem Platz aus zu steuern. Auf der einen Seite steigt die Komplexität der Systeme und auf der anderen Seite der Wunsch nach Reduktion und Vereinfachung. Leider ist Vereinfachung manchmal aber im ersten Augenblick besonders kostspielig. Und so kommt auch in der Bühnentechnik der anhaltende Trend zur Budgetreduktion zum Vorschein. Für Joachim Schwarz, Geschäftsführer der MediasPro Medientechnik GmbH, ist die wichtigste – und gleichzeitig in Zeiten klammer Kassen auch besonders schwierige – Herausforderung, zunächst die Technik der Veranstaltungsstätten zu erneuern. Die Bühnentechnik ist seiner Erfahrung nach in vielen Häusern insgesamt veraltet.

„Die Ansprüche an die Bühnentechnik steigen stetig. Heutzutage erwarten die Zuschauer eine Show mit einem innovativen Lichtdesign und perfekten Sound, den sie von großen Fernsehshows oder Konzerten kennen. Um diese Ansprüche erfüllen zu können, wird Bühnentechnik meist komplexer. Für Hersteller liegt die Herausforderung darin, die Produkte so zu entwickeln, dass sie trotz ihrer Komplexität intuitiv bedient werden können“, bestätigt auch Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG. Als wesentlichen Trend sehen dabei alle Experten die Digitalisierung. Im Bereich der Tontechnik sind es z.B. digitale Mikrofone, egal ob drahtgebunden oder drahtlos, die den Trend bestimmen, wenngleich auch analoge Technik für viele Theater weiterhin Bestand haben wird. „Es muss immer individuell geprüft werden, welche Technik Sinn macht“, weiß Gerdes aus Erfahrung. Als externer Faktor ist in der Tontechnik vor allem die Neuordnung der Funkfrequenzen für starke Veränderungen in den letzten Jahren verantwortlich. Gerdes rechnet damit, „dass in den kommenden ein bis zwei Jahren der neue Mobilfunkstandard LTE flächendeckend in Deutschland zum Einsatz kommen wird und viele kleinere Theater dann ihre vorhandenen Mikrofone nicht mehr nutzen können. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass LTE in einem Bereich funkt, in dem bisher auch viele drahtlose Mikrofone gefunkt haben.“

Joachim Schwarz, von MediasPro sieht speziell im Bereich der Audio- und Beschallungstechnik eine Konsolidierung. „Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten. Es wird hier sicher in Zukunft weitere Verbesserungen geben. Aktuell gehören dazu zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten zur Fernbedienung und -information. Entscheidend bei der digitalen Übertragungstechnik wird es sein, auf einen gemeinsamen Standard zu achten, um verschiedene Systeme integrieren und später auch einfach erweitern zu können. Die Kunden wünschen sich früher wie heute, dass die Technik gut funktioniert und einfach zu bedienen ist.“ Schwarz erkennt darüber hinaus eine wachsende Sensibilität, wenn es um Raumklang geht. In Mehrzweckhäuser bieten elektronische Technologien heute die Möglichkeit, für jeden Veranstaltungstyp die optimale Raumakustik zur Verfügung zu stellen, und das sogar variabel innerhalb eines Raumes. Aufgrund erstklassiger Referenzen in anerkannten Häusern und zahlreicher guter Erfahrungsberichte von Seiten der Künstler und Musikern wächst das Vertrauen in diese elektronischen Maßnahmen zunehmend. Ein Vorteil ist, dass elektronische Raumakustik ohne einschneidende bauliche Maßnahmen eingesetzt werden kann. Für die Betreiber von Multifunktionshallen bedeutet eine verbesserte und veränderbare Raumakustik darüber hinaus: herausragenden Musiker auch wiederholt zu gewinnen, auf mehr Sitzen ihrer Veranstaltungsstätte eine gute Akustik zu bieten und den Raum für unterschiedlichste Veranstaltungstypen nutzen zu können und somit das Angebotsspektrum und die Einnahmequellen zu erweitern und zu vergrößern.

Der vollständige Beitrag ist zu lesen in TheaterManagement aktuell / Ausgabe 67.
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