„Man kann sich in der heutigen Zeit nicht hinter einer Erwartungshaltung verbarrikadieren… „

Alexander Pereira im Interview mit TheaterManagement aktuell (Foto: Luigi Camputo)
 

TheaterManagement aktuell: Herr Pereira, als Mitinitiator des Studiengangs Executive Master in Arts Administration der Universität Zürich setzen Sie seit inzwischen zehn Jahren gemeinsam mit Sir Peter Jonas, Klaus Zehelein und weiteren hochkarätigen Managern aus dem Kulturbetrieb Maßstäbe für die Professionalisierung des Management-Nachwuchses. Wie haben sich aus Ihrer Sicht die Anforderungen an einen Kulturmanager in den letzten zehn Jahren gewandelt?
Alexander Pereira:
Die Finanz-und Wirtschaftskrise hat sehr viele gesellschaftliche Vorgänge ausgelöst. Was wir daraus unbedingt lernen müssen ist, dass wir unser gesellschaftliches Dasein nicht limitieren dürfen auf ökonomische Prinzipien und auf eine scheinbar vorhandene Berechenbarkeit, und dass wir Theater als vermittelnde Bildungseinrichtungen, als Vermittler zwischen Ästhetik, Ethik, Kreativität, soziologischen und politischen Visionen als gesellschaftliches Muss positionieren müssen. Ich glaube, die Hauptaufgabe eines Intendanten heute besteht darin, zu erreichen, dass Enkel, Großeltern und Eltern wieder nebeneinander im Theater sitzen können und damit einen Ort zu schaffen, in dem Diversität als Bereicherung und nicht als Bedrohung angesehen wird. In Zeiten, in denen die Gelder der öffentlichen Hand immer spärlicher fliessen und Theater einer starken Konkurrenz durch unzählige andere Freizeitangebote ausgesetzt ist, ist Einfallsreichtum, Engagement und vor allem eine klare künstlerische Vision gefragt, für die man Gesellschaft, Politik und eben auch Geldgeber begeistern kann. Weiterlesen ->

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