Trend zu professionellem Company-Management

Compagnia Palermo in Danza (IT) – Uscita di Sicurezza  / Foto: Rosellina Garbo

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internationale tanzmesse nrw 2016 – 31. August – 3. September 2016 in Düsseldorf

Nordrhein-Westfalen sieht sich gern als Land des zeitgenössischen Tanzes. Die 20te Auflage der internationale tanzmesse nrw mit ihren 400 Ausstellern und 1.600 Fachbesuchern (Agenten, Kuratoren, Kulturmanager und Journalisten) mag dies unterstreichen. An den 123 Ständen auf der diesjährigen Messe im NRW-Forum Düsseldorf waren 600 Tanzgruppen, Choreografen und Tanzinstitutionen aus 57 Ländern vertreten. 72 Companien und Solo-Künstler präsentierten an 11 Veranstaltungsorten ein vielseitiges Performance-Programm, bestehend aus 33 Aufführungen im Hauptprogramm und 24 Vorstellungen im Rahmen der Open Studios. Die Auslastung betrug 86 Prozent. Der neue Leiter der Tanzmesse Felix Wittek gab sich zufrieden. Die internationale tanzmesse nrw ist ein Projekt des NRW landesbuero tanz, finanziert durch die Gesellschaft für Zeitgenössischen Tanz NRW e.V. Unterstützung erhält die Messe außerdem vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugendliche, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie von der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Kunststiftung NRW und der Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Einen weiteren Beleg für die Bedeutung von NRW als Tanzland bringt der regelmäßige Dance NRW Report. Insgesamt, so die Ergebnisse der Untersuchung, waren in 2013 über 1.300 Tanzvorstellungen auf den Bühnen in Nordrhein-Westfalen zu sehen. Davon wurden etwa 900 von städtischen und freischaffenden Companien des Landes aufgeführt. Das entspricht einem Höchststand der Aufführungshäufigkeit seit dem ersten Dance NRW Report in 2005. Auffällig ist dabei zudem, dass sich die Zahl der Aufführungen nordrhein-westfälischer Companien im Ausland von 137 in 2011 auf 205 in 2013 deutlich gesteigert hat.

Im Jahr 2013 waren 635 Menschen in der nordrhein-westfälischen Tanzszene tätig. In den städtischen Ensembles waren es nach Recherchen des nrw landesbuero tanz 305, in freischaffenden Ensembles 330 Beschäftigte. Während die städtischen Beschäftigten in der Mehrzahl als Angestellte tätig waren, befinden sich die Freischaffenden überwiegend in prekären Verhältnissen mit vielen berufsfremden Nebenjobs.

Mit 83 Neuproduktionen hat sich die Produktionstätigkeit auf dem Vorjahresniveau stabilisiert (2012 / 81 Neuinszenierungen). Erfreulich ist die Steigerung der Vorstellungen je Company. Haben 2012 nur 8 Prozent der Companien ihre Stücke mehr als 10 Mal aufführen können, war es in 2013 jede dritte Company. Dabei stiegen sowohl die Aufführungszahlen am Heimatort und in NRW und Deutschland als auch die im Ausland.

Wenig zufriedenstellend ist dagegen die Entwicklung der Produktionsbudgets. Hier zeigt sich, dass immer mehr Tanzschaffende mit einem immer kleineren Durchschnittsbudget produzieren. Etwa 50 Prozent arbeiten durchschnittlich mit weniger als 30.000 Euro pro Produktion. Gleichzeitig haben sich die Bruttoeinnahmen aus Gastspieltätigkeit deutlich verbessert. So erzielen 37 Prozent mehr als 10.000 Euro 20 Prozent sogar mehr als 30.000 Euro. Allerdings darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Companien zum Teil deutlich weniger als 10.000 Euro an Gastspieleinnahmen erzielten. Entsprechend reduziert sind in der Regel vor allem die Bühnenausstattungen und Kostüme.

Ein Grund für die zum Teil verbesserte Situation der Campanien, mag im gestiegenen Anteil der Tanzschaffenden liegen, die mit einem Manager bzw. einer Agentur zusammenarbeiten. Dieser Anteil stieg 44 Prozent. Dabei erlangt nicht nur eine Verbesserung der Netzwerkarbeit, sondern auch die Steigerung der Vermittlungsarbeit Bedeutung. Gerade Tanz sperrt sich vielfach der inhaltlichen Vermittlung und schafft so Barrieren, die sich auch bei Gastspielverkaufsgesprächen bemerkbar machen.

Ohne Förderung geht gar nichts. In 2013 erhielten 83 Prozent der Umfrageteilnehmer öffentliche Zuschüsse für ihre Produktionen. Förderer Nummer eins sind die Kommunen, gefolgt vom Land und Stiftungen auf kommunaler, privater sowie Landes- und Bundesebene. Hinzu kommen inzwischen immer häufiger Koproduktionen. Immerhin 63 Prozent der Companien arbeiten mit Koproduzenten.

Die Ergebnisse des Dance NRW Reports basieren auf einer Umfrage unter 66 Künstlern in NRW. 46 Tanzschaffende (79 Prozent) haben an der Umfrage teilgenommen. Durchgeführt wird die Untersuchung seit 2005 vom nrw landesbuero tanz. www.landesbuerotanz.de

 

 

 

 

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