dieter jaenicke

direktor internationale tanzmesse nrw

Was war Ihr größter persönlicher Erfolg?
Beruflich: Aus dem Festspielhaus HELLERAU wieder eines der führenden Zentren für den zeitgenössischen Tanz in Europa zu machen. Privat: Gemeinsam mit meiner Frau/Ex-Frau, unserer Tochter den Weg zu bereiten, ein offener, neugieriger, einfühlsamer und verantwortungsbewusster Mensch zu werden.

Was macht Ihnen die größte Sorge?
Der sich wieder ausbreitende Nationalismus in der Welt, der darin angelegte frei flottierende Hass auf „Andere“, und die damit einhergehende Festschreibung der Ungleichheit in der Welt und die schrittweise Auflösung der Demokratie.

Was würden Sie gern besser können?
Reiten und meine chaotische private Rechnungsführung in den Griff kriegen.

Was schätzen Sie bei Ihren Mitarbeitern besonders?
Loyalität, Freundlichkeit, Kompetenz und Selbstständigkeit.

Der größte Nachteil für die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland?
Die Überschätzung der eigenen Probleme.

Der größte Vorteil für die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland?
Eines der besten und zuverlässigsten Fördersysteme für Kunst und Kultur in der Welt.

Welche Persönlichkeit des realen Lebens ist Ihr Vorbild?
Was ist denn das reale Leben und was nicht? Derzeit jedenfalls niemand! Sind alle schon tot. Der letzte war Mandela.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Helena Ferrante. 4. Teil der Neapolitanischen Saga „Geschichte des verlorenen Kindes“.

Was essen und trinken Sie am liebsten?
Essen: Alles was gut produziert, gemacht, angerichtet und wenigstens halbwegs vegetarisch ist. Trinken: Einen guten eiskalten Weißwein (Favoriten: Riesling Große Lage vom Weingut Klaus Zimmerling Königlicher Weinberg Dresden und Sizilianischer Shamaris von Cusumano). Einen guten spanischen Brandy im warmen Glas (Favoriten: Brandy Soleira Reserva direkt vom Fass aus einem kleinen Laden in der Langen Reihe in Hamburg St. Georg und Armenischer Brandy von Noy).

Welche Aufführung (Konzert, Oper, Musical, Theater etc.) werden Sie als nächstes besuchen?
Meine Favoriten bei der internationalen tanzmesse nrw 2018: TAO-Dance, Beijing; LIU Kuan-Hsiang, Taiwan; Panaibra Gabriel Canda, Mosambik; Omar Rajeh Maquamat, Libanon; Urbana de Dança, Rio de Janeiro; Koen Augenstijn Siamese Cia, Belgien; Daniel Léveillé, Montreal.

Wenn Sie einen Tag Bundeskanzler wären und genau eine Entscheidung treffen dürften, wie sähe die aus?
Das finde ich eine etwas alberne Frage. Ganz realistisch: Ein gut durchdachtes Einwanderungs- und Integrationsgesetz auf den Weg bringen, das nicht zum brain-drain in ärmeren Ländern der südlichen Hemisphäre führt und direkt mit einem Entwicklungshilfe-Programm verbunden ist, das diesen Namen verdient und die Möglichkeiten Deutschlands nutzt.

Vorausgesetzt es gibt die Reinkarnation – als was möchten Sie wiedergeboren werden?
Als ich selbst, damit es noch ein bisschen weiter geht.

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