dirk terwey

kaufmännischer geschäftsführer mainfranken theater

Was war Ihr größter persönlicher Erfolg?
Beruflich: seit vielen Jahren in sehr vielfältigen und spannenden Aufgabenstellungen in der Theaterbrache arbeiten zu dürfen. Das ist für mich bis heute ein Privileg. Dies gilt für meine Stationen als Berufsmusiker, als Theaterleiter bei der Stage Entertainment und heute als Geschäftsführer im Stadttheater.

Was macht Ihnen die größte Sorge?
Neben den theatertypischen, täglichen Finanzierungs-, Sanierungs- und Organisationsfragen glaube ich, dass es grundsätzlich unsere größte Herausforderung
sein wird, unsere Begeisterung für das Theater und die klassische Musik ganz praktisch an die nächsten Generationen zu vermitteln.

Was würden Sie gern besser können?
…wo anfangen und wo aufhören? Eine ausgeglichene Work-Life-Balance wäre schon ein schöner erster Schritt.

Was schätzen Sie bei Ihren Mitarbeitern besonders?
Loyalität, Aufrichtigkeit, Leistungsbereitschaft, Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit.

Der größte Nachteil für die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland?
Die historisch gewachsene öffentliche Finanzierung von Kultureinrichtungen in unserem Land, die in Bezug auf das Theater zugleich Fluch und Segen ist. Zum einen wurde so überhaupt erst die Basis für das Entstehen unserer vielfältigen und weltweit einmaligen Theaterlandschaft geschaffen. Zum anderen führt dieser Weg der Finanzierung nun oft zu einem Verharren in geübten Mustern und Strukturen, bis bei ausbleibenden Steuergeldern die Strukturen erodieren und wegbrechen.

Der größte Vorteil für die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland?
Großartig, dass wir diese kulturelle Vielfalt und die gewachsenen Strukturen haben, um die uns die Welt zu Recht beneidet. Hierfür lohnt es sich zu kämpfen!

Welche Persönlichkeit des realen Lebens ist Ihr Vorbild?
Grundsätzlich eher „Helden des Alltags“, die sich ohne viel Aufhebens für ihre Mitmenschen in ganz unterschiedlicher Art und Weise einsetzen.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Zeitlich reicht es derzeit zumeist nur zur Tages- oder Wochenzeitung. Darüber hinaus Joseph Campbell: „The hero with a thousand faces“ und als Nachtlektüre Edward Rutherfurd: „New York“.

Was essen und trinken Sie am liebsten?
Derzeit standortgemäß fränkische Küche und Weine.

Welche Aufführung (Konzert, Oper, Musical, Theater etc.) werden Sie als nächstes besuchen?
Auf jeden Fall unsere kommenden Premieren am Mainfranken Theater: das Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice und die Kinderoper „Gold“ von Leonard Evers Ende März.

Wenn Sie einen Tag Bundeskanzler wären und genau eine Entscheidung treffen dürften, wie sähe die aus?
Eine Gesetzesinitiative zum Stichwort „Kultur als Staatsziel“ auf den Weg bringen und darüber hinaus „veranlassen“, dass Kultur zukünftig als Pflichtaufgabe von Staat, Ländern und Kommunen wahrzunehmen ist.

Vorausgesetzt es gibt die Reinkarnation – als was möchten Sie wiedergeboren werden?
Kapitän auf den Weltmeeren! Aber im Ernst. Kümmern wir uns doch lieber um unser jetziges Leben.

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