Kommunale Förderung privater und freier Theater im Vergleich

Die zahlenmäßig stärkeren Privattheater und freien Gruppen zusammen verzeichnen dabei in einigen Städten sogar mehr Zuschauer als das große Haus am Ort. Doch der breiten Akzeptanz bei den Besuchern und der von den privaten und freien Theatern reklamierte Beitrag für das kulturelle Leben der Städte stehen deutlich geringere Förderbeträge von Seiten der öffentlichen Hand gegenüber. Die freie Szene muß sich mit teilweise kaum über einem Prozent des öffentlichen Förderbetrages für die großen Häuser über Wasser halten. Um die Diskussion über die öffentlichen Zuschüsse zu versachlichen, veröffentlicht die Kölner Theaterkonferenz, Interessenvertretung der Kölner Theater, nun bereits im zweiten Jahr statistische Vergleichszahlen zur Förderpraxis der deutschen Großstädte.

Bundeshauptstadt liegt vorn
An der Spitze der kommunalen Förderung von privaten und freien Theatern steht nach dieser Statistik die Bundeshauptstadt Berlin mit jährlich über 70 Millionen Mark. Während die Förderung 1996 noch 165 privaten Theatern und freie Gruppen zugute kam, wurde die Förderung 1997 auf 56 Empfänger beschränkt. Allerdings mit der Wirkung, daß die einzelnen geförderten Gruppen nun im Durchschnitt den dreifachen Betrag erhielten. Mit 22,40 Mark pro Einwohner investierte der Senat von Berlin 1997 in die privaten und freien Theater der Stadt knapp das zwanzigfache der Fördersumme, die die Stadt Köln in diesem Segment aufwendete. Auch Hamburg und München, die zweit- und drittgrößten Städte Deutschlands, geben weit weniger für die freie Szene aus als die Bundeshauptstadt. Die Hansestadt Hamburg liegt zwar mit 64 geförderten privaten und freien Theatern zahlenmäßig an der Spitze. Zum Erhalt der kulturellen Vielfalt wurden jedoch nur wenig mehr als 14,5 Millionen Mark aufgewendet. Pro Einwohner sind das 8,57 Mark pro Jahr. München bewegt sich mit 32 geförderten privaten Theatern und freien Gruppen etwa auf einer Linie mit Köln, allerdings gibt die bayerische Landeshauptstadt etwa das dreifache der rheinischen Medienstadt für seine 35 privaten und freien Theater aus.

 

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