Das Konsumverhalten der Konzert- und Veranstaltungsbesucher in Deutschland

Live-Musik-Veranstaltungen, die hier im Mittelpunkt der Untersuchung standen, konnten demnach ihre Stellung in den Freizeitbudgets der Zielgruppen behaupten. Während 1995 umgerechnet etwa 2,45 Mrd. Euro für Live-Musik-Veranstaltungen ausgegeben wurden, waren es im Jahre 2003 etwa 2,7 Mrd. Euro. Allerdings sind diese Werte nicht um die zwischenzeitlichen Preissteigerungen bereinigt. Auffällig ist darüber hinaus, dass vor allem ältere Menschen Live-Erlebnisse zu präferieren scheinen. Die ab 50-Jährigen verwenden einen deutlich höheren Anteil ihres Budgets für Live-Musik-Veranstaltungen. Insgesamt so die Studie wurden 2003 142 Mio. Tickets für Musikveranstaltungen aller Art verkauft. 33,8 Mio. Menschen erwarben im Schnitt 4,2 Tickets, für die sie durchschnittlich 80 Euro ausgaben.

Spitzenreiter nach Ausgaben sind die Musicalveranstaltungen, gefolgt von Oper und Operette. Platz drei belegen Konzerte im Bereich Rock- / Pop vor Konzerten der klassischen Musik und Kabarett- und Comedyveranstaltungen. Letztere sind die Gewinner der letzten Jahre. Von 1999 bis 2003 sind die Ausgaben in diesem Bereich um 5,6 Prozent gestiegen. Auch im Musicalbereich wurde mehr Geld ausgegeben (+3,6%). Dagegen sind die Ausgaben für Klassik (-3,2%) und Oper (-4,8%) zurückgegangen. Dabei bestätigen die Ergebnisse das alte Klischee, dass Menschen mit zunehmendem Alter die gehobene Kunst bevorzugen. So steigen die Ausgaben für Oper und Klassische Musik etwa ab der Altersstufe 40-49 Jahre steil nach oben an. Für das Musical gilt, so die Ergebnisse, offenbar genau das Gegenteil. Hier sinken die Ausgaben ab der Altersstufe 30 – 39 Jahre deutlich ab.

Als Veranstaltungsorte behaupten sich die Hallen als Austragungsort der meisten Konzerte in Deutschland. Das zweitgrößte Segment bilden die Theater und Opernhäuser gefolgt von Musikclubs und Open-Air-Veranstaltungsstätten.

Als wichtigste Informationsquelle wird in der Gesamtauswertung die „Empfehlung“ bestätigt, mit 22,9 Prozent der Nennungen, gefolgt von Werbung in Zeitungen und Zeitschriften (18,6%). Plakatwerbung (9,5%), Handzettel / Flyer (7,7%), Berichterstattung in Zeitungen /Zeitschriften (7,4%), Internet (6,2%), Werbung in Vorverkaufsstätten (5,7%) sowie Werbung im Fernsehen / Radio (5,1%) und Berichterstattungen im Fernsehen und Radio (1,3%) folgen deutlich abgeschlagen auf den Plätzen. Bei der Betrachtung nach einzelnen Genres ergeben sich teilweise Unterschiede. So spielt das Internet im Rock- / Pop-Bereich eine deutlich größere Rolle als im Durchschnitt.

Beim Eintrittskartenumsatz liegen die Vorverkaufsstellen deutlich an der Spitze, gefolgt von der Abendkasse. Auf Platz drei liegen die Call-Center und auf Platz vier das Internet mit 11 Prozent. Kartenbestellungen per Post machen etwa ein Prozent des Gesamtticketvolumens aus. Bei den Ausgaben für Merchandising liegen junge Musikfans eindeutig an der Spitze. Aber auch das Segment der ab 40 Jährigen gibt durchschnittlich etwa 13 Euro für Produkte im Zusammenhang mit dem Künstler im Rahmen der Veranstaltungen aus. Deutlich tiefer greift dieses Segment dagegen für Essen und Trinken vor, während oder nach einer Veranstaltung in die Tasche. Mit fast 15 Euro pro Person sind die 50 bis 59-Jährigen hier Spitzenreiter. Neben diesen Themen behandelt die Studie die Fragestellung „Wer kauft wo welches Ticket zu welchem Preis?“ ausführlicher, ebenso wie die Frage nach den Einflussfaktoren für die Kaufentscheidung. Damit bietet die Studie eine exzellente Orientierungshilfe für die Marketingplanung jedes Veranstalters, ausgenommen für Theater. Allerdings sollte der Transfer nicht allzu schwer zu erbringen sein. Die Studie kann beim idkv unter idkv@idkv.com zum Preis von 59,- Euro bezogen werden.

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