März 24, 2026
(c) Tong Geng

MiR.LAB entwickelt LED-Curtain

Für die erste Inszenierung des MiR.LAB im Großen Haus des Musiktheater im Revier wurde gemeinsam mit der Beleuchtungsabteilung ein maßgeschneiderter LED-Vorhang entwickelt.

Schon allein die Zahlen sind beeindruckend: 2200 Schrauben, 295 Meter Netzwerkkabel und 2,78 Kilometer LED-Streifen mit insgesamt 83.400 LED-Leuchten. Vielleicht am besten illustriert die Besonderheit des Projektes, dass in 161 Stunden am 3D-Drucker 341 individuell geplante und entworfene Bauteile entstanden sind.

Wolfgang Amadeus ist die erste Inszenierung des MiR.LAB im Großen Haus. Regisseurin und Leiterin des MiR.LAB Nora Krahl findet in Emanuel Schikaneders Libretto Mechaniken und Rollenbilder wie sie heute im Gaming omnipräsent sind. Das Stagedesign (Bühne: Martin Miotk) wird durch mehrere LED-Walls erweitert. Doch erst der LED-Curtain über die gesamte Bühnenbreite verleiht der Inszenierung die perfekte Video-Game-Ästhetik. Die Technik für diesen wie ein grobpixeliger Bildschirm bespielbaren Vorhang wurde komplett im Musiktheater im Revier entwickelt. Dabei arbeiteten die Expert*innen des MiR.LAB eng mit der Beleuchtungsabteilung zusammen. Unter der Federführung von deren Leiter Patrick Fuchs und Oberbeleuchter Sven Pinkall übernahmen die Techniker die Ausführungsplanung und Montage, während der Creativ Coder des Mir.LAB Baris Pekcagliyan die Software-Lösung für das Mapping entwickelte. Auch für Transport und Lagerung des Vorhangs bedurfte es individuell angepasster Lösungen. Die Niederländische Firma „Admiral Staging“ in Enschede entwickelte maßgeschneiderte Rollwagen für die einzelnen Segmente.

Patrick Fuchs, der für die Zauberflöte das gesamte Lichtdesign entwickelt, ist der erste, der mit den Möglichkeiten des LED-Curtains experimentieren kann und wichtige Erfahrungen für den zukünftigen Einsatz sammelt, denn der Leiter der Beleuchtungsabteilung ist überzeugt: „Der LED Curtain eröffnet viele, ungeahnte und noch zu erforschende Möglichkeiten für Bühnenbild und Lichtdesign. Die einzelnen Elemente können in verschiedenster Form und Anordnung im Raum arrangiert werden, können zum Beispiel auch über andere Dekorationsteile gelegt werden und sich flexibel mitbewegen. Dabei sind sie immer mit unterschiedlichstem Content bespielbar: von statischen Farben über abstrakte Animationen bis zu realistischen Videos ist alles möglich – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.“

Erste erfolgreiche Testläufe des LED-Curtain fanden in der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität statt. Ein schmales Testsegment hat sich im Spielbetrieb seit dem 06. Dezember 2025 bei der Inszenierung von Christoph Willibald Glucks „Orpheus und Eurydike“ von Giuseppe Spota bereits bewährt.