Rund 10.000 Besucher erlebten das hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Chefdirigent Alain Altinoglu, sowie die hr-Bigband. Für eine gleichmäßige Beschallung des rund 250 Meter langen Publikumsbereichs sorgte ein umfangreiches CODA Audio-System. Verantwortlich für die Bereitstellung und Umsetzung der Licht- und Beschallungstechnik war die MKM Event Show Technik GmbH.
Eine besondere Herausforderung bestand darin, den differenzierten Klang eines großen Orchesters über die weitläufige Open-Air-Fläche möglichst natürlich und gleichmäßig abzubilden. „Ein Orchester spielt traditionell in einem Konzertsaal, dessen Akustik für eine optimale Schallübertragung ausgelegt ist“, erklärt Alexander Kolb, der beim Europa Open Air für den FOH-Mix des hr-Sinfonieorchesters verantwortlich zeichnete. „Unter freiem Himmel fehlen diese Reflexionen und damit auch der gewohnte Raumeindruck. Gleichzeitig können in einer Stadt Häuserwände für hörbare Echos sorgen.“
Entsprechend wichtig war eine präzise Planung des Beschallungssystems. Verantwortlich dafür war der von MKM Event Show Technik engagierte Techniker Daniel Vollrath. Die grundlegenden Systempositionen waren durch die Ausschreibung des Hessischen Rundfunks sowie die örtlichen Gegebenheiten vorgegeben. Bereits auf Basis von Bauplänen (und Google Maps) entstand mit Hife des CODA Audio System Optimisers ein erster Entwurf, der bei einem Vor-Ort-Termin überprüft und verfeinert wurde. Insgesamt standen 28 AiRAY mit 90-Grad- sowie acht AiRAY mit 120-Grad-Abstrahlung bereit. Für die erste Delay-Line setzte das Team auf das High Output Fullrange-Line Array-System CiRAY. Aufgrund der Breite des Geländes wurden drei Arrays benötigt. Die zweite Delay-Ebene wurde mit dem kompakten 3-Wege Line Array-System ViRAY realisiert. Die Kombination verschiedener Systeme und Abstrahlwinkel erlaubte es, die Beschallung exakt an die Gegebenheiten anzupassen. Darüber hinaus galt es, Schallemissionen außerhalb des Publikumsbereichs möglichst gering zu halten. Gerade bei klassischer Musik kommt es nicht allein auf Reichweite und Pegel an. Feine klangliche Nuancen müssen ebenso übertragen werden wie die große Dynamik eines Orchesters – vom leisen Instrument bis zur Fortissimo-Passage. Für Vollrath eine Stärke der eingesetzten Systeme: „Meiner Meinung nach punktet CODA Audio gerade bei Klassik und Orchester durch hervorragende Detailauflösung.“
Entscheidend sei außerdem gewesen, Hauptsystem und Delay-Lines bei den Messungen möglichst exakt aufeinander abzustimmen. Die finale klangliche Einrichtung erfolgte gemeinsam mit Alexander Kolb. Nach Soundcheck und Proben waren nur noch minimale Anpassungen notwendig. So wurden während des Konzerts lediglich die Delayzeiten entsprechend der sich verändernden Temperaturen angepasst.
