Februar 25, 2021

Studie: Kulturwirtschaft ist starker Partner für den Weg aus der Krise

Foto: Salzburger Festspiele / Jedermann Copyright: SF / Marco Borelli

Europas Kulturwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil für den Weg der europäischen Wirtschaft aus der Krise. Dies ist die Schlussfolgerung der GESAC Board Members (European Grouping of Societies of Authors and Composers) aus der aktuellen Studie „Rebuilding Europe“, die von Ernst & Young (EY) im Auftrag der GESAC erstellt wurde (Download s.u.).

Mit einem Umsatz von 643 Mrd. EUR und einer Gesamtwertschöpfung von 253 Mrd. EUR im Jahr 2019 machten die Kernaktivitäten der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) bezogen auf den Gesamtumsatz 4,4% des BIP der EU aus. Damit ist der wirtschaftliche Beitrag der Kultur- und Kreativwirtschaft größer als jener der Telekommunikations-, High Tech-, Pharma- oder Automobilindustrie. Seit 2013 erhöhte sich der Gesamtertrag um 93 Milliarden EUR und somit um fast 17%. Ende 2019 waren in den 28 EU-Ländern mehr als 7,6 Millionen Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt. Ungefähr 700.000 (+10%) Arbeitsplätze wurden seit 2013 geschaffen, unter anderem für AutorInnen, InterpretInnen und weitere Kreative. Zum Vergleich: Beschäftigte in der Automobilindustrie in Europa in 2019 2,6 Mio., Tourismus 10,7 Mio.

Das GESAC Board bezeichnet die Kulturwirtschaft dementsprechend als „schlagendes Herz unserer Wirtschaft“. Gleichzeitig leider die Kulturwirtschaft wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig unter den Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Die Autoren erwarten eine vollständige Erholung nicht vor 2022. Wenn 2021 keine signifikante Wiederaufnahme der Offline-Aktivitäten erfolgt, wird die Fähigkeit, Investitionen in neue Projekte, Kreation und Innovation aufrechtzuerhalten und zu steigern, ernsthaft gefährdet sein.

Als Schlussfolgerung empfiehlt die GESAC, die Kultur- und Kreativwirtschaft – und die vervielfachte Kraft ihrer Millionen von individuellen und kollektiven Talenten – als wichtigen Beschleuniger für soziale, gesellschaftliche und ökologische Übergänge in Europa zu nutzen. „Kultur ist eine “Soft Power”, die die Förderung europäischer Werte ermöglicht und als Katalysator für einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt, ein inklusiveres und nachhaltigeres Wachstum sowie einen nachhaltigen grünen und digitalen Wandel wirken kann“, so die Autoren.

GESAC steht für European Grouping of Societies of Authors and Composers (oder Groupement Européen des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Derzeit gehören der GESAC 32 Verwertungsgesellschaften aus ganz Europa an. GESAC vertritt über eine Million Urheber und Rechteinhaber – von Musikern bis zu Schriftstellern, bildenden Künstlern bis zu Filmregisseuren und vielen mehr, in den Bereichen Musik, audiovisuelle Medien, bildende Kunst sowie literarische und dramatische Werke.

Zum Video der Präsentation der Studien-Ergebnisse

Downloads:

Zusammenfassung der Studienergebisse

Studie