Mit der Übernahme des Ticketing-Anbieters Vibus durch die Reservix GmbH sowie der angekündigten Abschaltung der Vibus-Software Ende September schreitet die Konsolidierung im Markt für Ticketing-Plattformen im Veranstaltungssektor weiter voran. Für viele Kultureinrichtungen, die seit Jahrzehnten auf Vibus setzen, stellt sich nicht nur eine technisch-organisatorische, sondern auch eine strategische Frage: Wie viel Eigenständigkeit ist im Ticketing künftig möglich?
Vibus, 1989 gegründet und zuletzt mit rund 16 Mitarbeitenden aktiv, präsentierte sich seit mehr als 35 Jahren als vergleichsweise unabhängiges Modell im Ticketing. Die modular aufgebaute Software ermöglichte individuell zugeschnittene Lösungspakete – vom klassischen Ticketverkauf über Gutschein- und Abonnementmodelle bis hin zu Cross-Selling-Ansätzen etwa im Merchandise-Bereich. Nutzerinnen hatten die Möglichkeit, sowohl im Inhouse-Betrieb als auch mit einer ASP-/SaaS-Lösung zu arbeiten. Zugleich bot Vibus seinen Kundinnen ein hohes Maß an Kontrolle: Datenhoheit, flexible Gebührenstrukturen und direkte Zahlungsflüsse auf eigene Konten waren zentrale Argumente für viele Häuser, die ihre Vertriebsprozesse bewusst selbst steuern wollten. Genau diese Aspekte stehen nun im Fokus, wenn es um die zukünftige Ausrichtung unter dem Dach eines anderen Ticketing-Anbieters geht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Perspektiven sich für bisherige Vibus-Nutzer*innen ergeben – und wie wird sich die Marktstruktur im Ticketing weiterhin verändern.
Im folgenden Interview gibt der Geschäftsführer von Reservix, Johannes Tolle, Einblicke in die strategischen Ziele, die Integration und die Auswirkungen für Veranstalter und Kultureinrichtungen.
tma: Herr Tolle, was hat für Sie den Ausschlag für die Übernahme von Vibus gegeben?
Johannes Tolle: Es ist ganz simpel: … jetzt mehr lesen als Abonnent*in. Hier registrieren
